Wednesday, 8. July, 2026
Tarik Pulver
In unserer Rubrik «Menschen bei der IAF» stellen wir anhand von zehn Fragen Persönlichkeiten
aus der IAF vor: Heute Tarik Pulver. Der Vorsorgeexperte und Dozent für Finanzplanung
gehört seit 2021 dem IAF-Vorstand an und betreut als Key Account Manager Vorsorge bei
der Mobiliar mit seinem Team die Generalagenturen im Markt Mitte.
Über Tarik Pulver
Tarik Pulver (*1972) hält einen EMBA in Leadership & Management der Berner Fachhochschule
BFH. Aufgewachsen in Thun und nach einem beruflichen Zwischenstopp in Gstaad
lebt er seit fast 30 Jahren mit seiner Familie in Bern. Als Key Account Manager Vorsorge bei
der Mobiliar betreut er mit seinem Team die Generalagenturen im Markt Mitte und verfügt
über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Vorsorge- und Finanzbereich. Seit 2014 ist er zudem
als Dozent am Institut für Finanzplanung IfFP tätig und gehört seit der Generalversammlung
2021 dem Vorstand der IAF an. In seiner Freizeit verbringt er viel Zeit mit seiner Ehepartnerin
und seinen drei fussballbegeisterten Söhnen – auf und neben dem Platz.
1. Tarik Pulver, welcher Vorsorgelösung geben Sie als Vorsorgeexperte – soweit individuell
beeinflussbar – den Vorrang: der Pensionskasse oder der Säule 3a?
"Bei Erwerbstätigen bildet die Pensionskasse die zentrale Basis der Vorsorge. Den eigentlichen
Gestaltungsspielraum sehe ich jedoch in der Säule 3 – also 3a und 3b – als Ausdruck
von Sparen und Risikoabsicherung in Eigenverantwortung. Die Säule 3a ist ein
wichtiger zusätzlicher Baustein mit Steuervorteilen. Persönlich bevorzuge ich jedoch die
sehr flexible Säule 3b: Dort lässt sich die Anlagestrategie am individuellsten ausgestalten,
und je nach Ziel und Sicherheitsbedürfnis auch frei wählen, ob die Lösung besser
über eine Versicherung oder eine Bank umgesetzt werden soll."
2. Mit welchen drei Persönlichkeiten – lebende oder auch bereits verstorbene – würden Sie
gerne ein Fussballspiel besuchen?
"Mit Jürgen Klopp, weil er Leadership, Emotion und Menschlichkeit auf einzigartige Weise
verbindet. – Aber auch mit Johan Cruyff, um seine Sicht auf Taktik, Raum und Kreativität
aus erster Hand zu erleben. – Und mit meinem Vater; einfach, weil Fussball für uns immer
schon mehr war als ein Spiel und ich diese Momente sehr schätze."
3. Womit belohnen Sie sich selbst?
"Am liebsten mit Zeit für meine Familie, für einen Match mit meinen Söhnen oder für ein
gemeinsames Essen ohne Blick auf die Uhr. Und gelegentlich mit einem guten Essen in
entspannter Runde oder einem Wochenende, an dem der Kalender bewusst leerbleibt."
4. Was war Ihr unvernünftigster Kauf oder Ihre schlechteste Investition bisher?
"Vermutlich ein Auto, das mehr Herz- als Kopfentscheid war: zu sportlich, zu teuer im Unterhalt
und definitiv nicht optimal aus Sicht eines Finanzplanungsexperten. Rückblickend
war es eine hilfreiche Erinnerung daran, dass Emotionen auch bei uns Profis eine Rolle
spielen und dass man die eigene Beratung manchmal selbst beherzigen sollte."
5. Wie lautete Ihr Berufswunsch als Kind?
"Als Kind wollte ich Fussballprofi oder Pilot werden – beides Rollen mit viel Dynamik, Verantwortung
und Entscheidungen unter Druck, bei denen man trotzdem den Überblick behalten
muss. Der Traum hat sich mit der Zeit verändert: Heute sitze ich weder auf dem
Rasen noch im Cockpit, arbeite aber immer noch mit Strategie, Weitblick und klarer Navigation
– bloss in der Finanzwelt. Das Spielerische und das Interesse an neuen Perspektiven
habe ich mir dabei bewusst bewahrt."
6. Welche drei Gegenstände nehmen Sie mit auf eine einsame Insel?
"Ein gutes Schweizer Taschenmesser – Erklärung überflüssig :-)
Einen Feuerstahl für Wärme, Essen, Licht und Sicherheit.
Und ein starkes, langes Seil zum Bauen, Sichern, Transportieren – und zum Fischen."
7. Welches Reiseziel steht ganz oben auf Ihrer Bucketlist?
"Mich faszinieren Reisen, bei denen der Weg genauso wichtig ist wie das Ankommen.
Ganz oben stehen für mich zwei sehr unterschiedliche, aber ähnlich entschleunigte Abenteuer:
Zum einen der Transsibirien-Express – tage- und nächtelang in einem rollenden
Zuhause unterwegs, während Landschaften, Kulturen und Zeitzonen langsam wechseln.
Zum anderen, ganz bodenständig in der Schweiz, die nationale Wanderroute Nr. 1 von
Vaduz/Gaflei bis Montreux: in rund 20 Etappen über Alpenpässe, vorbei an Bergseen,
Hütten und Dörfern – mit einfachen Tagen, müden Beinen, grosser Aussicht und dem guten
Gefühl, sich die Eindrücke Schritt für Schritt zu erarbeiten."
8. Was ist Ihr absolutes Lieblingsessen?
"Ich mag es unkompliziert, aber hochwertig: ein gutes Stück inländisches Fleisch, auf den
Punkt zubereitet, dazu frische saisonale Gemüsebeilagen. Keine grosse Show, sondern
ehrliche Produkte und gute Qualität – am liebsten in vertrauter Runde mit Menschen, die
mir wichtig sind."
9. Welches Buch lesen Sie momentan oder haben Sie als Letztes gelesen?
"Zuletzt habe ich «Start with Why» von Simon Sinek gelesen. Mich interessieren Bücher,
die sich mit Sinn, Leadership und Kultur beschäftigen. Besonders spannend finde ich
seine Gedanken zu Vertrauen und Leistung: Ein Umfeld, in dem Menschen sich sicher
fühlen und einander vertrauen, führt langfristig zu besserer Performance als ein reiner
Fokus auf kurzfristige Kennzahlen. Diese Haltung prägt auch meinen eigenen Führungsund
Beratungsansatz."
10. Was bringt Sie auf die Palme?
"Auf die Palme bringt mich, wenn Menschen Verantwortung einfach weiterreichen, statt
sie zu übernehmen. In der Vorsorge wie im Alltag schätze ich offene Kommunikation und
klare Entscheidungen – auch wenn diese manchmal unbequem sind."